Ostern 2018 in Chania

Auch in diesem Jahr statteten wir um die Osterzeit Liz und ihrem Shelter in Souda einen Besuch ab. Alles wirkt sehr aufgeräumt und sauber, aber neben dem Shelter hatten wir noch ein anderes Anliegen:

Im Jahre 2010 wurde der Mischlingsrüde „Caspar“ mit einem unserer Transporte nach Deutschland verbracht, von Anne Kreilos aufgenommen und über mehrere Jahre zum Therapiehund ausgebildet. Wir hatten über Caspar’s Werdegang auch schon einmal in unserer „Kreta-News“ berichtet.

2015 besuchten wir ein Heim für schwerstbehinderte Kinder in Chania. Im Gespräch fragten wir damals die Verantwortlichen, ob sie sich nicht vorstellen könnten,  in ihrer Einrichtung mit einem Therapiehund zu arbeiten. Therapiehunde sind in Griechenland weitgehend unbekannt und so konnte man sich unter so einem vierbeinigen Helfer recht wenig vorstellen. Aber man zeigte Interesse.

2 Jahre später erreichte uns eine Anfrage, ob wir einen solchen Therapiehund nicht einmal in die Einrichtung bringen könnten, um zu sehen, wie die Kinder auf ein solches Tier reagieren würden.

Schnell wurde uns klar, dass wir eine solche Aktion auch als Werbung für Streuner und ihre Fähigkeiten nutzen könnten und so bereitete Liz die Aktion sehr sorgfältig vor. Ein Fernsehteam war anwesend und ein Zeitungsreporter, als wir im Anfang April mit Anne Kreilos, Caspar und Cookie, einer kleinen spanischen Streunerin, die ebenfalls zum Therapiehund ausgebildet war, das Kinderheim besuchten.

Es war sehr schön anzusehen, wie sich die Kinder über die Hunde freuten, wie sie sie streichelten und entzückt auf die Kunststückchen reagierten, die Anne und ihre beiden Hunde ihnen zeigten.

         

Im Interview für den Fernsehbeitrag konnte Liz nochmals auf den Irrweg hinweisen, auf dem sich die griechische Gesetzgebung gerade befindet und der Zeitungsartikel lieferte genau die Schlagzeilen, die wir uns wünschten:

„Griechischer Streuner aus Chania, in Deutschland zum Therapeuten ausgebildet, kehrt zurück und hilft behinderten Kindern“.

   



Anne wurde in den nächsten Tagen mehrfach auf der Straße angesprochen, Caspar war ein Star und man wollte sich mit ihm fotografieren lassen.

Eine Lehrerin rief an und wollte eine ähnliche Aktion in ihrer Klasse machen.

Eine wirklich runde Aktion, vor allem auch deswegen, weil die Leiterin des Kinderheimes nun fest entschlossen ist, einen Hund aus dem Soudashelter aufzunehmen und als Spielgefährte für die Kinder ausbilden zu lassen. Vielleicht nicht so perfekt wie Caspar und Cookie, aber immerhin…

Erlebnisse wie diese gehören zu den wenigen Lichtblicken bei unserer Arbeit. Ansonsten unterlässt man von offizieller Seite nichts, um die Arbeit von Tierschützern zu behindern, mittlerweile kriminalisiert man sie sogar.
Wegen angeblicher Verstöße gegen Gesetze oder Bestimmungen (z.B. der Besitz von Wurmtabletten) schlägt die Polizei zu und verhaftet Tierschützer und bringt sie ins Gefängnis. Man fasst es nicht…

Man denkt ja immer „schlimmer wird es nimmer“ aber man täuscht sich. In Europa, selbst im restlichen Südeuropa sind solche Vorkommnisse beispiellos. Was können wir tun – und vor Allem, wie lange können wir noch überhaupt etwas tun ? Niemand kann das zum jetzigen Zeitpunkt sagen.

Unterstützen Sie uns bitte weiterhin. Vielleicht brauchen wir bald Rechtsbeistand und sowas ist teuer…

Gerhard Henisch